SAP IDM-Ablösung: Wartungsende 2027 als Chance für eine übergreifende IAM-Strategie

Am 31. Dezember 2027 endet die reguläre Wartung von SAP Identity Management (SAP IDM) und SAP GRC Access Control 12.0. Für Unternehmen, die ihre Benutzerverwaltung, Berechtigungsvergabe und Zugriffskontrollen auf diese Systeme stützen, entsteht damit konkreter Handlungsbedarf. Die Suche nach geeigneten Nachfolgelösungen ist jedoch nur ein Teil der Herausforderung.

Denn die SAP IDM-Ablösung bietet die Chance, historisch gewachsene Berechtigungsstrukturen zu modernisieren und SAP-Systeme in eine unternehmensweite Identity-&-Access-Management-Strategie (IAM-Strategie) einzubinden. Statt lediglich bestehende Funktionen zu ersetzen, können Unternehmen ihre Identitätsverwaltung vereinheitlichen, Zugriffsrisiken reduzieren und Compliance-Prozesse nachhaltig verbessern.

Header SAP IDM-Ablösung

Das Wichtigste im Überblick

Wartungsende: Die reguläre Wartung von SAP IDM 8.0 und SAP GRC Access Control 12.0 endet am 31. Dezember 2027. Eine kostenpflichtige Verlängerung ist bis 2030 vorgesehen.

Nachfolge: Einen direkten Nachfolger von SAP IDM gibt es nicht. SAP empfiehlt Microsoft Entra ID in Verbindung mit SAP Cloud Identity Services.

Strategische Chance: Die Ablösung ermöglicht eine einheitliche Verwaltung von Identitäten, Rollen und SAP-Berechtigungen über Systemgrenzen hinweg.

Zeitplanung: Komplexe Migrationsprojekte können 12 bis 18 Monate oder länger beanspruchen. Unternehmen sollten ihre Zielarchitektur frühzeitig festlegen.

Was ist SAP IDM?

SAP Identity Management (SAP IDM) ist eine Software zur zentralen Verwaltung digitaler Identitäten und zur automatisierten Bereitstellung von Benutzerkonten und Berechtigungen in SAP- und Nicht-SAP-Systemen. SAP GRC Access Control ergänzt diese Funktionen durch Zugriffsrisikoanalysen, Funktionstrennung (SoD), Genehmigungsprozesse und die Kontrolle privilegierter Zugriffe.

Wartungsende 2027: Was bei SAP IDM und SAP GRC ausläuft

Das SAP IDM End-of-Life markiert einen wichtigen Einschnitt für gewachsene SAP-Landschaften. Mit dem Ende der regulären Wartung zum 31. Dezember 2027 müssen Unternehmen entscheiden, wie sie ihre bisherige Identitäts- und Berechtigungsverwaltung künftig sicherstellen.

SAP Identity Management 8.0

Wartungsende: 31.12.2027 (Extended Maintenance bis 2030 gegen Aufpreis)

Nachfolgeoptionen: Kein direkter SAP-Nachfolger; SAP empfiehlt Microsoft Entra ID in Verbindung mit SAP Cloud Identity Services; alternativ herstellerunabhängige IGA-Plattform

SAP GRC Access Control 12.0

Wartungsende: 31.12.2027

Nachfolgeoptionen: SAP Cloud IAG, Access Control embedded in S/4HANA, SAP GRC for SAP HANA oder geeignete eingebettete Bereitstellungsmodelle

Abb.: SAP IDM und SAP GRC: Wartungsende und Nachfolgeoptionen

Nach Ablauf der regulären Wartung können Sicherheitsaktualisierungen, Fehlerbehebungen und die Kompatibilität mit neuen Releases eingeschränkt sein. Das erhöht langfristig die betrieblichen Risiken und erschwert den Nachweis angemessener Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen.

Die kostenpflichtige Extended Maintenance kann zusätzliche Zeit für die Migration schaffen. Sie ersetzt jedoch keine tragfähige Nachfolgestrategie. Insbesondere bei komplexen Berechtigungsmodellen, zahlreichen Schnittstellen und hohen Compliance-Anforderungen empfiehlt sich eine frühzeitige Planung.

Warum die SAP IDM Ablösung mehr ist als ein Tool-Wechsel

In vielen Unternehmen ist die Verwaltung von SAP-Berechtigungen historisch gewachsen. Eigene Rollenmodelle, spezialisierte Genehmigungsverfahren und individuelle Schnittstellen haben häufig eine weitgehend isolierte Berechtigungswelt entstehen lassen.

Ein reiner Systemwechsel würde diese Strukturen lediglich in eine neue technische Umgebung übertragen. Damit blieben bestehende Schwachstellen erhalten: redundante Rollen, überhöhte Zugriffsrechte, Medienbrüche und unterschiedliche Verantwortlichkeiten.

Die strategisch sinnvollere Alternative besteht darin, SAP-Systeme in eine übergreifende IAM-Architektur einzubinden. So lassen sich Identitäten aus führenden HR-Systemen, Microsoft Active Directory, Entra ID sowie weiteren Fach- und Cloud-Anwendungen konsistent verwalten.

Entscheidend sind dabei einheitliche Prozesse für Eintritt, Wechsel und Austritt von Beschäftigten sowie nachvollziehbare Rollen- und Genehmigungsmodelle. Wie diese Abläufe automatisiert werden können, zeigt unser Beitrag zum Identity Lifecycle Management.

Die SAP IDM-Ablösung wird damit zum Ausgangspunkt für eine modernisierte Identity Governance, die Sicherheit, Effizienz und Compliance miteinander verbindet.

SAP IDM-Ablösung

SAP IDM-Nachfolger: Welche Optionen Unternehmen haben

Welcher SAP IDM-Nachfolger geeignet ist, hängt von der bestehenden Systemlandschaft, den Sicherheitsanforderungen und der zukünftigen SAP-Strategie ab. Grundsätzlich stehen mehrere Ansätze zur Verfügung:

Microsoft Entra ID mit SAP Cloud Identity Services: Diese von SAP empfohlene Kombination ermöglicht die Anbindung und Bereitstellung von Identitäten insbesondere in Microsoft-geprägten Umgebungen. Für komplexe SAP-Rollenmodelle sind zusätzliche Governance-Anforderungen zu prüfen. Mehr dazu im Beitrag Entra ID vs. IAM.

Herstellerunabhängige IGA-Plattform: Sie kann Identitäten, Rollen, Genehmigungen und Zugriffsrechte systemübergreifend verwalten. Besonders bei heterogenen IT-Landschaften bietet dieser Ansatz Vorteile durch zentrale Richtlinien und einheitliche Kontrollprozesse.

SAP GRC-Nachfolge: Für bestehende Funktionen zur Zugriffskontrolle kommen unter anderem SAP Cloud Identity Access Governance und SAP GRC for SAP HANA infrage. Die Eignung hängt von der S/4HANA-Roadmap, dem Betriebsmodell und den benötigten Kontrollfunktionen ab.

Extended Maintenance: Die verlängerte Wartung kann als Übergang dienen, verschiebt jedoch die notwendige Neuausrichtung.

Eine pauschale Produktempfehlung greift deshalb zu kurz. Entscheidend ist, welche Architektur die fachlichen Anforderungen langfristig erfüllt und zugleich zukunftssicher betrieben werden kann.

Eine herstellerunabhängige IAM-Beratung schafft die Grundlage für diese Entscheidung.

SAP-Berechtigungen in eine übergreifende IAM-Strategie integrieren

Eine erfolgreiche Migration beginnt nicht mit der Installation einer neuen Plattform, sondern mit der Analyse bestehender Prozesse, Rollen und Abhängigkeiten. 

Sechs Schritte sind dabei besonders relevant:

1. Bestandsaufnahme durchführen

Welche Systeme, Schnittstellen, Konnektoren und Genehmigungsprozesse werden durch SAP IDM und SAP GRC gesteuert? Welche Abhängigkeiten bestehen zu weiteren Anwendungen?

Veraltete, doppelte oder überdimensionierte SAP-Rollen sollten vor der Migration identifiziert werden. Ein konsistentes Role-Based Access Control (RBAC) schafft dafür die Grundlage.

Kritische Berechtigungskombinationen entstehen nicht ausschließlich innerhalb einzelner SAP-Systeme. Deshalb müssen auch anwendungsübergreifende Segregation-of-Duties-Konflikte berücksichtigt werden.

Unternehmen müssen festlegen, welche Systeme Identitäten bereitstellen, Rollen verwalten, Berechtigungen vergeben und Zugriffsrisiken kontrollieren. Eindeutige Verantwortlichkeiten verhindern neue Insellösungen.

Ein wellenweiser Übergang mit definierten Test- und Parallelbetriebsphasen reduziert Risiken. Besonders kritisch sind automatisierte Benutzerprozesse, privilegierte Berechtigungen und Notfallzugriffe.

Nach der technischen Umstellung müssen Rollenmodelle, Kontrollregeln und Schnittstellen dauerhaft gepflegt werden. Regelmäßige Rezertifizierungen und dokumentierte Verantwortlichkeiten gewährleisten die Nachhaltigkeit.

Für die Umsetzung bleibt nur ein begrenztes Zeitfenster. Bei einem Projektumfang von 12 bis 18 Monaten ist eine frühzeitige Bestandsaufnahme entscheidend, um Migration, Tests und Produktivsetzung rechtzeitig abzuschließen.

Wie OEDIV SecuSys Sie bei der SAP IDM-Ablösung unterstützt

Die Ablösung einer etablierten Identitätsmanagement-Plattform erfordert sowohl technisches Know-how als auch ein fundiertes Verständnis komplexer Geschäftsprozesse und regulatorischer Anforderungen.

OEDIV SecuSys unterstützt Unternehmen als spezialisierter, herstellerunabhängiger Partner für Identity & Access Management und Cybersecurity – von der strategischen Bewertung bis zum langfristigen Betrieb.

Das Leistungsspektrum umfasst die Analyse bestehender SAP-IDM- und SAP-GRC-Umgebungen, die Bewertung geeigneter Nachfolgearchitekturen sowie die Entwicklung systemübergreifender Rollen- und Berechtigungskonzepte.

Darauf aufbauend begleitet OEDIV SecuSys die technische Implementierung, Integration und Migration. Auch der anschließende Betrieb kann durch Managed Services unterstützt werden.

Mit ihrer langjährigen Kompetenz im Bereich Identity Governance & Administration (IGA) lassen sich bestehende SAP-Strukturen in ein ganzheitliches Identitäts- und Berechtigungsmanagement überführen.

Sie möchten wissen, wie gut Ihre bestehende Berechtigungslandschaft auf die SAP IDM-Ablösung vorbereitet ist?

Der IGA-Fitness-Check bietet einen strukturierten Einstieg, um Schwachstellen, Handlungsbedarf und mögliche Optimierungspotenziale zu identifizieren.

SAP IDM-Ablösung jetzt strategisch vorbereiten

Das Wartungsende 2027 ist mehr als eine technische Frist. Es eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, isolierte Berechtigungsstrukturen aufzulösen, Sicherheitsrisiken zu minimieren und ihre Identitätsverwaltung nachhaltig zu modernisieren.

Wer die SAP IDM-Ablösung als ein strategisches Transformationsprojekt versteht, schafft die Voraussetzungen für ein einheitliches, transparentes und kontrollierbares Berechtigungsmanagement. OEDIV SecuSys begleitet diesen Prozess herstellerunabhängig – von der ersten Analyse über die Migration bis zum sicheren Betrieb.

Nutzen Sie die verbleibende Zeit für eine fundierte Weichenstellung. 

Sprechen Sie mit unseren IAM-Experten über Ihre SAP-Landschaft und die nächsten Schritte.
FAQ

FAQ zu Wartungsende und Ablösung von SAP IDM

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen 

zu unseren Leistungen und Lösungen

Wann endet die Wartung von SAP IDM?

Die reguläre Wartung von SAP Identity Management 8.0 endet am 31. Dezember 2027. SAP bietet eine kostenpflichtige Extended Maintenance bis Ende 2030 an. Unternehmen sollten rechtzeitig eine Migrationsstrategie entwickeln, um Sicherheits-, Kompatibilitäts- und Betriebsrisiken zu vermeiden.

Einen direkten, funktionsgleichen Nachfolger stellt SAP nicht bereit. SAP empfiehlt Microsoft Entra ID in Verbindung mit SAP Cloud Identity Services. Alternativ kommen herstellerunabhängige IGA-Plattformen infrage, die SAP- und Nicht-SAP-Systeme in eine gemeinsame Governance-Architektur integrieren.

Zu den Alternativen gehören Microsoft Entra ID mit SAP Cloud Identity Services sowie herstellerunabhängige IGA-Plattformen. Die Auswahl richtet sich nach der vorhandenen IT-Architektur, den Integrationsanforderungen, dem Rollenmodell und den regulatorischen Vorgaben des Unternehmens.

Nach Ende der regulären Wartung von SAP GRC Access Control 12.0 müssen Unternehmen die Zukunft ihrer Zugriffsrisikoanalysen, Genehmigungsprozesse und Funktionstrennung sicherstellen. Mögliche Optionen sind SAP Cloud Identity Access Governance und SAP GRC for SAP HANA. Eine verlängerte Wartung ist bis 2030 vorgesehen.

Für komplexe SAP-IDM-Migrationen sollten Unternehmen häufig 12 bis 18 Monate oder länger einplanen. Die tatsächliche Dauer hängt von der Anzahl angebundener Systeme, individuellen Schnittstellen, bestehenden Berechtigungsstrukturen und dem gewählten Zielsystem ab. Eine frühzeitige Bestandsaufnahme ermöglicht eine belastbare Planung.

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